La sonrisa del Porteño…

Hola mis Queridos!

Die Zeit geht dahin, und so kommt es, dass mir nunmehr nur noch ca. dreieinhalb Wochen hier im schönen Chile bleiben…die nächsten Tage gilt es also nochmal maximal auszukosten!
Dafür gibt es aber auch einige Gründe, aber lest selbst:

IMG-20160508-WA0013Letztes Wochenende waren wir mit Eddie endlich mal am Cerro „La Campana“ in Olmué  wandern.
Der Aufstieg war wirklich steil und zeitweise hab ich es echt verflucht, mitgekommen zu sein…aber das ist ja irgendwie auch das Schöne am Wandern finde ich: Dass man es währenddessen so herrlich verfluchen kann, und oben angekommen dann eben doch stolz auf seinen bezwungenen Schweinehund herablächeln kann.
IMG-20160508-WA0007Und stolz bin ich allemal, 7,5km auf 1500 Höhenmeter in fünf Stunden – das ist denk ich schon mal nicht ganz so schlecht 😉
Und hey: Wanderschuhe sind was für Spießer, und meine Vans haben spätestens jetzt ihr Geld sowas von verdient! 😉

Langsam neigen sich die Projekte, in denen wir eingesetzt sind, auch dem Ende zu, und umso dankbarer bin ich für folgendes Erlebnis am Comedor Solidario letztes Wochenende:
Nach dem Essen ist mir ein Mann aufgefallen, der total in sich gekehrt am Tisch saß, und in seine Hände geweint hatte…ich hab ihn angesprochen, und gefragt, was mit ihm los sei, und dann brach es aus ihm heraus…er erzählte mir, dass er keine Lust mehr hat, so weiter zu leben, und sich eigentlich am liebsten umbringen würde.
Wie reagiert man, wenn jemand dir ins Gesicht sagt, dass er sich umbringen möchte?
Ich war erstmal recht überfordert damit, aber irgendwie hatte ich einfach so ein Gefühl, also hab ich dem Mann erzählt, dass ich Christ bin, und ihm angeboten, dass wir zusammen für seine Situation beten könnten.
Das haben wir dann auch getan, obwohl er anfänglich nicht ganz so begeistert davon war – und siehe da, danach strahlte mich derselbe Mann, der Sekunden zuvor noch Rotz und Wasser geheult hatte, mit einer Dankbarkeit an, die mich fast sprachlos machte.
Er fiel mir regelrecht um den Hals, und meinte zu mir, dass es schon sehr lange her sei, dass jemand ihm mit so viel Respekt begegnete.
Das sind kleine Erlebnisse, und natürlich läuft es längst nicht immer so ab – aber genau in diesen Momenten habe ich das Gefühl, vielleicht doch irgendetwas richtig gemacht zu haben.

Außerdem sind wir weiter fleißig dran an der Vorbereitung für unsere „Noche alemana“ am 27.Mai.
Letztes Wochenende haben wir eingekauft und mal für uns die geplante Vorspeise gekocht, um zu sehen, ob das alles so hinhaut, wie wir uns das vorstellen.
Gar nicht so einfach, hier alle Zutaten für so ein „typisch deutsches“ Essen zu finden – aber nach langem Suchen haben wir schließlich sogar sowas wie Essiggurken im Glas gefunden 😀

Da für nächstes Wochenende eigentlich ein Campamento in Colliguay angedacht war, das nun leider entfällt, haben wir uns mit den Jugendlichen überlegt, eine Übernachtung im Guay stattfinden zu lassen.
Das heißt, wir planen die Woche noch einen coolen Abend für alle Líderes – ich freu mich drauf, das wird eine gute Gelegenheit, nochmal richtig Zeit mit den Jugendlichen zu verbringen.

Damit endet unsere Arbeit nach der „Noche Alemana“ dann auch offiziell – wir als WG haben angedacht, Anfang Juni noch ein paar Tage in Santiago zu verbringen, um so eine Art „WG-Urlaub“ zu haben, und natürlich mal zu sehen, was Santiago so zu bieten hat.

13177190_1085679434824838_6382465077002823658_nAnsonsten stehen meine letzten Wochen hier unter dem Motto „Mitnehmen, was geht“, ich genieße es immer total, mit der Micro durch die ganze Stadt zu fahren, und mir das Treiben auf den Straßen anzusehen, natürlich auch das Nachtleben nicht zu vergessen, und einfach in den Flow Valpos einzutauchen.
Ich finde, jeder Ort hat seine ganz besondere Atmosphäre, die ihn einzigartig macht – und der Valpo-Flair, ist einfach unbeschreiblich.
13214539_1010229039024894_1713672329_oWie die heruntergekommenen, rotzigen Straßen sich mit den Hügeln und bunten Farben mischen…in der Stadt gibt es ein Mural, auf dem steht: „La sonrisa del Porteño ilumina la ciudad“.
Porteños nennt man die Einwohner Valpos, weil es eine Hafenstadt ist („puerto“ = Hafen), übersetzt also „Das Lächeln des Porteños erhellt die Stadt“ – und vielleicht ist es das, was mich an dieser Stadt so fasziniert: Dieses Gutmütige, Freundliche der Menschen, das irgendwie so gar nicht zum ganzen Ambiente passen will – und auf den zweiten Blick eigentlich kaum besser miteinander harmonieren könnte.
Ihr merkt schon, ich könnte noch Stunden weiter von der Stadt schwärmen, an die ich die letzten Monate mein Herz verloren habe…

Saludos desde Chile!
Mellita

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