Gute Nacht, Freunde…

Hola Hola! 🙂

Ein letztes Mal schreibe ich euch nun aus Chile…denn bald schon geht es für mich zurück nach Deutschland – meine letzte Woche hier in Valpo ist angebrochen, und jetzt gilt es natürlich, nochmal alles zu genießen, und sich von allen gebührend zu verabschieden – aber zuerst mal ein Überblick über die letzten zwei Wochen:

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Meine Lieblingsklasse – die Kleinen werde ich echt vermissen!

Letzte Woche haben wir die Arbeit in einigen Projekten beendet – wir waren das letzte Mal im Colegio, und haben unsere allerletzte Jungscharstunde mit den Kindern gehabt.
Ich muss sagen, dass mich das schon traurig macht, vor allem, weil ich gemerkt habe, dass es jetzt wo ich immer in denselben Unterrichtsstunden dabei war, viel besser geklappt hat, die Kinder kannten mich, und auch ich habe mich erheblich mehr getraut aus einer “Praktikantenrolle” in der ich mich manchmal gesehen habe, zu entfliehen, und wirklich auch aus mir herauszukommen, und wenn es sein musste, auch eine gewisse Autorität für die Kinder darzustellen…

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Jungschar-Abschlussbild

Aber so ist das eben manchmal, wenn’s am schönsten ist, soll man aufhören…zumindest habe ich mit meinen Erstklässlern noch ein Erinnerungsfoto gemacht, und auch von der Jungschar gibt es ein schönes Bildchen, das ich mir mit nach Deutschland nehmen werde.

Dann waren wir letzte Woche natürlich noch rauf- und runter damit beschäftigt, unsere Abschiedsfeier, die “Noche Alemana” vorzubereiten.
Ich weiß gar nicht, wie lange wir unterwegs waren, alle Sachen in der ganzen Stadt zusammenzusuchen, und Donnerstag und Freitag standen wir eigentlich konstant nur in der Küche, um all die Leckereien vorzubereiten, oder den Saal zu dekorieren.
Unser “typisch deutsches” Menü bestand aus:

1) Vorspeise: Wurstsalat und Obatzter mit Brot
2) Hauptspeise: Jägerschnitzel mit Semmelklößen und Pilzrahmsoße
3) Nachspeise: Obstsalat und Kalter Hund

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Moderation bei der Noche Alemana (natürlich wie es sich gehört mit Nürnberg-Trikot :D)

Am Abend selbst, gab es neben dem Essen natürlich noch ein buntes Programm, ein Spiel zum Thema Deutschland.
Wir Volis sind also per Schiff von Valpo zurückgefahren, da wir kein Geld mehr für den Flug hatten (Empanadas und Pisco sei Dank :D) – im Norden in Flensburg angekommen, versuchten wir mithilfe des Publikums zurück in den Süden in unsere Heimatstädte zu gelangen – zwischendrin gab es immer wieder Fragen über Deutschland oder ein paar witzige Spiele.

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Noche Alemana

Am Ende stellten wir jeder noch seine Stadt genauer vor, und ganz zum Schluss hatten wir ein kleines Abschiedslied vorbereitet – wir fanden, der Gassenhauer “Gute Nacht Freunde” von Reinhard Mey passt ganz gut, also gaben wir das zum Besten.

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Und auf geht’s, auf die Piste! 😉

Leider gab es auf unsere Feier nicht die Resonanz, die wir erwartet hatten, weil wir an dem Abend blöderweise mit dem chilenischen Fußball konkurieren mussten (Chile : Jamaika)…so wurde es eine eher kleine Feier, dafür aber mit Leuten, denen es wirklich wichtig war, dabei zu sein.
Danach wurde standesgemäß natürlich noch weggegangen – was soll ich sagen: es wurde eine lange Nacht 😉

Jetzt, da wir nicht mehr arbeiten, und meine Zeit sich hier dem Ende neigt, während meine Mitvolis noch etwas mehr Zeit in Chile verbringen, wurde es Zeit, für einen kleinen letzten WG-Urlaub – nach…Santiago!

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Santiago – eine pulsierende Metropole

Eigentlich schon fast eine Schande, neun Monate in Valpo gewohnt zu haben und nie in Santiago gewesen zu sein – drum dachten wir uns, das wäre eine gute letzte Gelegenheit nochmal zusammen Chile unsicher zu machen!
Und es wurden ein paar recht entspannte Tage, wir sind viel in der Stadt herumspaziert, und haben natürlich auch noch das ein- oder andere eingekauft 😉

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beim Mittagessen in Santiago

Außerdem waren wir auf dem Cerro Santa Lucía, einem Hügel auf dem eine riesengeroße Marienfigur trohnt – es sieht ein bisschen aus, wie die Jesus-Statue in Rio de Janeiro, nur eben dass es Maria ist, die da über der Stadt trohnt…
Wir haben die Tage jedenfalls gut verbracht, und eine schöne, unbeschwerte Zeit zu dritt abseits der normalen Kulisse genossen 🙂

 

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Über den Hügeln der Stadt…<3

Santiago ist ganz anders als Valpo, natürlich viel größer (fünf Millionen Einwohner…Valpo hat knapp 300.000), aber auch vom Stil her.

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Glücklich und zufrieden über’s Leben nachdenken 🙂

Santiago ist sauber, hergerichtet, aufgehübscht – man könnte auch sagen, es ist all das, was Valpo nicht ist.
Dadurch geht für mich aber ein bisschen der südamerikanische Flair verloren – als ich auf dem Plaza de Armas stand, hatte ich zeitweise schon das Gefühl, irgendwo mitten in Spanien zu stehen…
Santiago ist ohne Frage eine pulsierende Metropole, und hat auf jeden Fall seine schönen Ecken (viel mehr Parks als in Valpo, und eine Flaniermeile bzw. Fußgängerzone z.B. ;)) – nach drei Tagen hatte ich von der Sauberkeit und dem ganzen Modernen aber irgendwie so ‘ne Art Overdose (wie wird das erst in Deutschland werden? :D)

Da wären wir beim Stichwort: Deutschland.
Auch die schönsten Dinge gehen mal vorüber, und so kommt es, dass ich jetzt nur noch sechs Tage hier weilen werde, nächsten Mittwoch steht mein Flug zurück nach Deutschland an.
Während ich diese Zeilen schreibe, ist mein Kopf irgendwo zwischen zu voll und gähnend leer – jetzt beginnt die Zeit der letzten Male.
Ein letztes Mal den gewohnten Weg zum Colegio fahren, sich durch die Fensterscheiben der Micros das Treiben auf den Straßen ansehen, sich von vielen lieb gewonnenen Menschen verabschieden müssen, das alles zehrt an mir, und offen gestanden, ich hatte es mir leichter vorgestellt.
Gleichzeitig hab ich eine solche Freude in mir, all meine Freunde und Familie wieder zu sehen, und zu wissen, dass sie sich mindestens genauso auf mich freuen, wie ich mich auf sie.
Die nächsten Tage werde ich also so gut es geht damit verbringen, an für mich besondere Plätze zurückzukehren, einige Souvenirs einzukaufen, und mit den Menschen hier noch schöne Tage zu verbringen, die dann hinterher als unvergessliche Bilder in meinem Herzen verankert sein werden.

Jetzt muss ich gehen, und es wird einen Abschied geben.
Aber es wird ein Abschied auf Zeit sein, zwar auf ungewisse, aber kein ewiger – denn eines steht fest: ich werde wieder kommen!
In Chile und generell Südamerika gibt es noch so viel mehr für mich zu entdecken, und ich kann es  eigentlich schon kaum erwarten, mich auf das nächste Abenteuer zu begeben.
Nach neun Monaten in der südamerikanischen Kultur muss ich feststellen: Mein eigentlich so heimatverbundenes Ich hat sein Herz an Valparaíso verloren – und ein Teil wird sicherlich auch für immer hier in Chile bleiben.
Das ist ja das Schöne am Reisen: Man kommt nie mehr ganz komplett heim, dafür verliert man sein Herz und hinterlässt seine Spuren nach und nach auf der ganzen Welt.

Ich danke euch allen da draußen, dass ihr es mir durch mentale, finanzielle, gedankliche Unterstützung ermöglicht habt, diese neun Monate hier in Chile zu leben, und so viele neue Erfahrungen zu machen.
Ich möchte mich gerne mit einem Lied verabschieden, das mir grade die letzten Tage und Wochen wichtig geworden ist, weil es einfach super gut passt: Madsen: Im Dunkeln
In diesem Sinne: Ich freue mich schon jetzt darauf, dich wieder zu sehen! 🙂

Mellita

 

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